Die größten Ritterspiele in Baden-Württemberg

Einmal im Jahr wird das Neckarstädtchen Horb Szenarium einer bedeutenden Zeitreise. Zum 25. Mal wird am 3. Juni-Wochenende das Rad der Geschichte um ca. 500 Jahre zurückgedreht. Die Besucherinnen und Besucher der Horber Ritterspiele merken schnell, dass sie das Portal in eine andere Welt durchschreiten. Im Mittelpunkt des lebhaften Treibens bietet die historische Stadtkulisse den perfekten Rahmen, wenn Ritter auf wendigen Rössern Turniere mit Lanzenstechen austragen, die Gassen und Plätze der Innenstadt  von Rittern in Rüstung, von Gauklern, Edelleuten in prächtigen Gewändern, von Markthändlern, Spielleuten, Lagerleuten und Schwertkämpfern bevölkert sind und die Tavernen mit Speis und Trank zur Einkehr locken.

Dass die mittelalterlichen Ritterspiele in Horb a. N. stattfinden, ist kein Zufall, denn in Horb wurde im Jahr 1498 eine Entscheidung von historischer Bedeutung getroffen. Der „Horber Vertrag“ wurde durch König Maximilian – später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – besiegelt. Dieser Vertrag beendete einen dramatischen Konflikt zwischen Fürstenrecht und ständischem Widerstandsrecht. Hinzu kommt, dass Maximilian ein leidenschaftlicher Reiter und glühender Anhänger von Ritterturnieren war. Da liegt es nahe, bei den Ritterspielen an die Geschichte zu erinnern. Die Vertragsunterzeichnung wird am Samstag und Sonntag am Fuße der historischen Stadtkulisse auf dem Turniergeviert nachgespielt. Mit dem König ziehen Herzöge, Adels- und Bürgerleute, Geistliche, Gaukler, Fanfarenzüge, Fahnenschwinger, Kämpfer und Lagerleute ein.